19. Nar­ben­be­hand­lung

Eine the­ra­peu­ti­sche Nar­ben­be­hand­lung hat deut­lich mehr zum Ziel, als eine Narbe optisch schö­ner oder wei­cher zu machen. Es geht vor­al­lem darum, wie sich die Narbe und das dar­un­ter­lie­gende Gewebe zuein­an­der bewe­gen und wie sich dies auf die Funk­tion des Kör­pers aus­wirkt.

Was pas­siert bei einer Nar­ben­be­hand­lung?

Nach einer Ope­ra­tion, Ver­let­zung oder grö­ße­ren Wunde bil­det der Kör­per neues Bin­de­ge­webe. Die­ses Nar­ben­ge­webe ist zunächst häu­fig:

  • weni­ger elas­tisch als das ursprüng­li­che Gewebe
  • ver­klebt oder mit tie­fe­ren Gewe­be­schich­ten ver­bun­den
  • gespannt oder ver­här­tet
  • emp­find­lich oder schmerz­haft
  • manch­mal juckend oder berüh­rungs­emp­find­lich

 

Auch in der Tier­the­ra­pie hat man erkannt, wie wich­tig es ist, die Gleit­fä­hig­keit der Haut und der dar­un­ter lie­gen­den Gewebs­schich­ten wie­der her­zu­stel­len und somit wei­test­ge­hend zu ver­hin­dern, dass eine Narbe die phy­sio­lo­gi­sche Bewe­gung und Kör­per­wahr­neh­mung eines Hun­des beein­träch­tigt.

 

Zum the­ra­peu­ti­schen Ein­satz kom­men hier­bei in ers­ter Linie manu­elle Tech­ni­ken, aber auch phy­si­ka­li­sche The­ra­pien (z. B. Laser, Elek­tro­the­ra­pie etc.) und aktive Übun­gen.

„Warum kann eine unbe­han­delte Narbe pro­ble­ma­tisch wer­den?”

  • Eine Narbe sitzt nicht unbe­dingt nur „auf der Haut“. Sie kann mit den dar­un­ter­lie­gen­den Gewe­be­schich­ten ver­bun­den sein.

  • Wenn diese Struk­tu­ren bei Bewe­gung nicht aus­rei­chend gegen­ein­an­der glei­ten kön­nen, kann dar­aus eine mecha­ni­sche Ein­schrän­kung ent­ste­hen.

  • eine Narbe kann Haut > Unter­haut > Fas­zie > Mus­ku­la­tur mit­ein­an­der ver­bin­den bzw. die Ver­schieb­lich­keit zwi­schen die­sen Schich­ten redu­zie­ren. Das kann sich je nach Lage bemerk­bar machen als:

    • Span­nungs­ge­fühl
    • Bewe­gungs­ein­schrän­kung
    • Schmer­zen bei bestimm­ten Bewe­gun­gen
    • Druck- oder Zug­ge­fühl
    • Über­emp­find­lich­keit
    • Juck­reiz
    • ver­än­der­tes Bewe­gungs­ver­hal­ten

 

  • Bei aus­ge­präg­te­ren Nar­ben kön­nen auch Nar­ben­kon­trak­tu­ren ent­ste­hen, bei denen das Gewebe sich zusam­men­zieht und dadurch die Beweg­lich­keit (an Gelen­ken nach Ope­ra­tio­nen an Glied­ma­ßen ebenso wie nach Bauch-Ope­ra­tio­nen) tat­säch­lich ein­ge­schränkt wird. 

 

  • zudem ist durch Ver­wach­sun­gen und Ver­kle­bun­gen der inner­ge­web­li­che Stoff­aus­tausch oft­mals deut­lich bein­träch­tigt, was wie­derum wei­tere neue Pro­bleme ver­ur­sa­chen kann.