19. Atemtherapie
Atemtherapie beim Hund ist mittlerweile ein wichtiger Teilbereich einer ganzheitlichen Behandlung und kann weit mehr, als “den Hund zum tiefen Atmen zu bringen”. Sie zielt unter anderem darauf ab, Ventilation, Sekretmobilisation, Atemmuskulatur, Thoraxbeweglichkeit, Regeneration und Entspannung positiv zu beinflussen.
Eine professionelle Atemtherapie im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung wird individuell aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt. Hierbei kommen zum einen manuelle Techniken zum Einsatz, aber ebenso aktive Übungen oder auch Inhalationen.
Gerade bei einem Hund nach einer Operation kann eine Atemtherapie sehr wertvoll sein: Schmerzen, Schonhaltung und wenig Bewegung führen oftmals schnell zu einer flacheren Atmung und somit zu einer geringeren Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus. Atemtherapie unterstützt bei der Wundheilung und Regeneration, hilft, den Brustkorb wieder beweglicher zu machen und eine möglichst physiologische Atmung zu unterstützen.
Wichtig! Atemtherapie ist nicht bei jedem Atemproblem angezeigt!
Bei akuter Atemnot, Zyanose, schwerem Husten, Verdacht auf Lungenödem, Pneumothorax, akuten Herzproblemen oder anderen ungeklärten Atemprobleme gehört der Hund unverzüglich in tierärztliche Behandlung!!!
Wann kann eine Atemtherapie beim Hund sinnvoll sein? Was sind die Indikationen?
- Erkrankungen der Atemwege, sofern die zugrunde liegende Erkrankung tierärztlich abgeklärt ist
- Bronchitis und chronische Atemwegserkrankungen
- nach bestimmten Operationen, wenn der Hund aufgrund von Schmerzen oder Immobilität sehr flach atmet
- nach längerer Immobilisation oder Boxenruhe
- bei bestimmten pulmonalen Erkrankungen während der Rekonvaleszenz
- für Hunde mit eingeschränkter Thoraxmobilität
- bei muskulären Verspannungen im Bereich von Brustkorb und Atemmuskulatur
- für ältere oder körperlich wenig belastbare Hunde, bei denen die Atemmechanik eingeschränkt ist
- zur Stressreduktion, Entspannung und Verbesserung des Atemmusters
- ergänzend in der Rehabilitation
- zur Stimulation des parasympathischen Systems
- zur Förderung der Wundheilung durch Optimierung der Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus und Verbesserung des venös-lymphatischen Transportes
- Reduktion des intrakraniellen Druckes
- Verbesserung der Darmtätigkeit
- Unterstützung der Selbstheilungskräfte
- Optimierung der körperlichen Belastbarkeit und Ausdauerleistungsfähigkeit